
Im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg an der Havel fand die vierte bundesweite Fachtagung des Verbandes für Grabungstechnik und Feldarchäologie statt. Neben fachlichem Austausch, neuen Methoden und digitalen Dokumentationsverfahren stand vor allem eine Nachricht im Mittelpunkt: Der bedrohte Studiengang Konservierung, Restaurierung, Grabungstechnik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) soll erhalten bleiben.
In der Podcastfolge sprechen wir mit verschiedenen Teilnehmer:innen der Tagung, mit einer der Tagungsorganisatorinnen, mit Dr. Thomas Schenk, dem Vorsitzenden des Verbands und Professor für Grabungstechnik und Feldarchäologie an der HTW sowie einem ganz besonderen Studierenden.
Professor Schenk berichtete von den schwierigen Monaten vor der Tagung. Wegen massiver Einsparungen im Berliner Hochschulbereich stand der Studiengang akut vor dem Aus. Die Nachricht hatte bundesweit Protest ausgelöst – von Studierenden, Fachverbänden, Landesarchäologien und zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern. Im Akademischen Senat der Hochschule für Technik und Wirtschaft wurde schließlich gegen die Abschaffung gestimmt. Besonders das Engagement der Studierenden spielte dabei eine entscheidende Rolle.

Die Erleichterung war auf der Tagung spürbar. Denn der Studiengang ist bundesweit einzigartig: Er bietet die einzige grundständige akademische Ausbildung im Bereich Grabungstechnik und Feldarchäologie in Deutschland. Alternativ gibt es nur berufliche Fortbildungswege, etwa an Landesdenkmalämtern. Gleichzeitig ist der Bedarf an qualifizierten Fachkräften enorm. Große Bauprojekte, Energiewende, Stromtrassen und Infrastrukturmaßnahmen müssen archäologisch begleitet werden. Dafür braucht es Menschen, die Funde und Befunde professionell dokumentieren, vermessen, bergen und auswerten können.

Die Tagung machte deutlich, wie vielfältig das Fach ist. Teilnehmende aus verschiedenen Bundesländern, aus Österreich und der Schweiz kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen. Für viele ist gerade dieser Blick über den eigenen Arbeitsbereich hinaus besonders wertvoll.
Professor Schenk beschrieb Grabungstechnik als Verbindung von Praxis, Forschung und Landschaftsverständnis. Es gehe nicht nur darum, einzelne Befunde freizulegen, sondern archäologische Spuren im größeren Zusammenhang zu erkennen und zu verstehen. Auch Studierende sehen genau darin die Stärke des Studiengangs: Er verbindet Geisteswissenschaft, Naturwissenschaft und Technik – und macht kulturelles Erbe sichtbar und begreifbar.
Die Rettung des Studiengangs ist deshalb mehr als eine hochschulpolitische Entscheidung. Sie ist ein wichtiges Signal für die Zukunft der Archäologie, der Denkmalpflege und des kulturellen Erbes in Deutschland. Gleichzeitig bleibt die Aufgabe, das Fach bekannter zu machen und junge Menschen dafür zu gewinnen. Denn klar wurde auch: Engagement lohnt sich – und es darf nicht enden, auch wenn diese eine Krise vorerst abgewendet ist.
Links
Tagungsbericht auf der Website des VGFA
YouTube-Short zur Tagung
Bachelorstudiengang Konservierung/Restaurierung/Grabungstechnik
Masterstudiengang Angewandte Landschafts- und Feldarchäologie
Masterstudiengang Konservierung und Restaurierung
Rundgang durch die Studiengangslabore
„Kommt vorbei! Jeden ersten Mittwoch im Monat bieten wir einen Rundgang durch die Studiengangslabore an, um Fragen zur Bewerbung und zum Studium direkt mit Studis und dem Lehrpersonal zu erläutern. Auch zu sehen: aktuelle Projekte und beispielhafte Bewerbungsmappen.“
Die nächsten Rundgangtermine finden am 03. Juni und 01. Juli (jeweils von 15-17 Uhr) statt Um Anmeldung wird gebeten: Ayleen.Oezcelik@student.htw-berlin.de Treffpunkt am Aufgang I / Gebäude A
Über den Studiengang
FAZ (nur mit Werbe-Tracking oder hinter der Bezahlschranke lesbar)
Berliner Zeitung (nur mit Werbe-Tracking oder hinter der Bezahlschranke lesbar)
Geo (nur mit Werbe-Tracking oder hinter der Bezahlschranke lesbar)





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