082 Filmreif ausgegraben: Zwischen Grabung und Leinwand – 20 Jahre „Momentaufnahmen“

Thumbnail des neuesten, des 20. Jahresfilms. Grafik: Oliver Thomas

20 Jahre Archäologie im Film, unzählige Geschichten aus dem Boden Brandenburgs: In der neuen Folge der DENKMALZEIT feiern wir das Jubiläum der Archäologie-Filmreihe „Momentaufnahmen“. Dafür haben wir mit dem Regisseur Thomas Claus und dem Sprecher und Hörspielautor Harry Kühn gesprochen. Getroffen haben wir die beiden Ende Februar bei der Premiere des aktuellen Jahresfilms im Rahmen der Jahrestagung der Brandenburgischen Landesarchäologie im Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg an der Havel.

Der Filmemacher Thomas Claus. Foto: S. Vandenrath

Im Gespräch blicken beide auf die Entstehung und Entwicklung der Filmreihe zurück. Thomas Claus, der seit über zwei Jahrzehnten archäologische Themen filmisch begleitet, berichtet, wie aus einzelnen Grabungen dokumentarische Geschichten werden. Die Filme folgen dabei einem festen Konzept: Jedes Jahr werden archäologische Projekte aus ganz Brandenburg vorgestellt und in eine spannende Erzählung eingebettet. Ziel ist es, die oftmals verborgene Arbeit der Archäologinnen und Archäologen zu zeigen und Forschungsergebnisse einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Thomas Claus und das Filmteam in Ravensbrück, 2026. Foto: A.-M. Graatz, BLDAM

Besonders wichtig ist dabei die enge Zusammenarbeit mit den Grabungsteams. Bereits während der Ausgrabungen wird überlegt, welche Funde, Fragestellungen oder besonderen Situationen filmisch erzählt werden können. Oft entstehen die spannendsten Momente direkt vor Ort – etwa bei überraschenden Entdeckungen oder wenn historische Schicksale durch archäologische Befunde greifbar werden. Die Dreharbeiten verlangen dabei nicht nur technisches Know-how, sondern auch ein Verständnis für archäologische Methoden und Arbeitsabläufe.

Sprecher und Autor Harry Kühn. Foto: H. Kühn

Auch Sprecher Harry Kühn gibt Einblicke in seine Arbeit. Er beschreibt, wie aus den Bildern und Interviews die fertige Erzählung entsteht und wie wichtig die richtige Tonalität ist, insbesondere bei sensiblen Themen. Rückblickend sehen beide Gesprächspartner die Filmreihe als wichtigen Beitrag zur Vermittlung von Geschichte und Archäologie. Die Filme dokumentieren nicht nur Ausgrabungen, die später oft wieder verfüllt werden, sondern schaffen auch ein Bewusstsein für die kulturellen Schätze Brandenburgs. Zugleich zeigen sie, wie sehr sich die mediale Vermittlung in den vergangenen 20 Jahren verändert hat – von den ersten Produktionen bis hin zu heutigen Filmen mit Drohnenaufnahmen, modernen Erzählformen und einer großen Reichweite im Internet.

Die Jubiläumsfolge macht deutlich: Die „Momentaufnahmen“ sind weit mehr als reine Grabungsberichte. Sie bewahren Wissen, erzählen Geschichten aus der Vergangenheit und ermöglichen faszinierende Einblicke in die Arbeit der Archäologie.

Thumbnail des ersten Jahresfilms aus dem Jahr 2006. Grafik: Oliver Thomas

Links

Zu Thomas Claus

Filme von Thomas Claus

YouTube-Kanal des BLDAM mit den Jahresfilmen „Momentaufnahmen“

Zu Harry Kühn

Lordspiel“ von Harry Kühn

Übersicht aller Jahresfilme „Momentaufnahmen

Der erste Jahresfilm

Der aktuelle (20.) Jahresfilm

Podcastfolge mit Harm Paulsen

Podcastfolge zur Ausstellung “Ausgeschlossen

081 Romantische Ackergrabungen und Römerliebe

Studierende der Grabungstechnik im Gespräch

Studierende der HTW Berlin legen in Groß Fredenwalde (Uckermark) Bodenverfärbungen frei. Foto: T. Schenk, HTW

In der aktuellen Folge der DENKMALZEIT dreht sich alles um den deutschlandweit einzigartigen Bachelorstudiengang „Konservierung, Restaurierung, Grabungstechnik“ an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW). Nach einer Zeit der Unsicherheit konnte der Studiengang erfolgreich gerettet werden und nimmt nun wieder Bewerber*innen auf. Im Mittelpunkt stehen zwei Studierende, Miriam und Benjamin. Sie berichten von ihrem Studienalltag, ihrer Begeisterung für archäologische Arbeiten und den Erfahrungen, die sie besonders geprägt haben. Die positive Stimmung nach der Rettung des Studiengangs ist deutlich spürbar. Mit viel Engagement machen die Studierenden auf den Studiengang aufmerksam und unterstützen Interessierte beim Einstieg.

Die beiden geben Einblicke in die vielfältigen Inhalte des Studiums: Naturwissenschaftliche Grundlagen, kulturhistorisches Wissen und ethische Fragen ergänzen sich gegenseitig. Von Anfang an spielt die praktische Ausbildung eine wichtige Rolle: Bei Lehrgrabungen und Projekten lernen die Studierenden, Verantwortung für archäologisches Kulturerbe zu übernehmen und wissenschaftliche Methoden direkt anzuwenden. Besonders eindrucksvoll sind die Schilderungen jener Momente, in denen erstmals echte archäologische Funde in den Händen gehalten werden. Solche Erfahrungen schaffen eine unmittelbare Verbindung zur Vergangenheit und machen den besonderen Reiz des Studiums aus.

Darüber hinaus wird deutlich, wie interdisziplinär der Studiengang angelegt ist. Archäologie, Anthropologie, Naturwissenschaften und Vermessung eröffnen vielfältige berufliche Perspektiven – von Denkmalämtern und Grabungsfirmen bis hin zu Forschungseinrichtungen. Abschließend informiert die Folge über Bewerbungsvoraussetzungen, Eignungsgespräch und Studienstart und zeigt, warum dieser besondere Studiengang für alle interessant sein kann, die Geschichte nicht nur erforschen, sondern aktiv bewahren möchten.

Transskript der Folge

Links

Bachelorstudiengang Konservierung/Restaurierung/Grabungstechnik

Masterstudiengänge:

Angewandte Landschafts- und Feldarchäologie

Konservierung und Restaurierung

Bewerbung Bachelorstudium

Der letzte Tag für die Bewerbung zum Wintersemester ist der 15. September!

Eignungsgespräche für das WiSe 2026/7

Das Eignungs- und Beratungsgespräch für das Bachelorstudium KRG findet am 15. Juni 2026 von 12-15 Uhr statt.

Ort: Campus Wilhelminenhof, Gebäude A, Raum 003 und 034.
Mitzubringen: Bewerbungsmappe und Unterlagen/ Zeugnisse

Weitere Infos hier!

Rundgang durch die Studiengangslabore

„Kommt vorbei! Jeden ersten Mittwoch im Monat bieten wir einen Rundgang durch die Studiengangslabore an, um Fragen zur Bewerbung und zum Studium direkt mit Studis und dem Lehrpersonal zu erläutern. Auch zu sehen: aktuelle Projekte und beispielhafte Bewerbungsmappen.“

Die nächsten Rundgangtermine finden statt am: 03. Juni und 01. Juli (von 15-17 Uhr) Um Anmeldung wird gebeten: Ayleen.Oezcelik@student.htw-berlin.de Treffpunkt am Aufgang I / Gebäude A.

Über den Studiengang:

Inforadio rbb24

Tagesspiegel

Deutschlandfunk

FAZ

BZ

Geo

Landesdenkmalamt Berlin