Bei der Erfassung im Landschaftspark in Baruth. Foto: Christin Herrmann, BLDAM
Ein einzigartiges Projekt der Gartendenkmalpflege setzt sich für den Erhalt des gartenkulturellen Erbes Brandenburgs ein. Über 400 historische Gärten und Parks prägen die Kulturlandschaft des Landes und sind zugleich wertvolle Zeugnisse seiner Geschichte. Doch orkanartige Stürme, Starkregen und zunehmende Trockenperioden infolge des Klimawandels gefährden ihren Bestand zunehmend. Um dieses kulturelle Erbe auch für kommende Generationen zu bewahren, sind gezielte Maßnahmen zur Klimaanpassung dringend erforderlich.
Das Projektteam. Foto: A.-M. Graatz, BLDAM
Seit einem Jahr arbeitet beim BLDAM ein eigens dafür zuständiges Projektteam an einer landesweiten Bestandsaufnahme. Ziel ist es, die bereits entstandenen sowie künftig zu erwartenden Klimaschäden in denkmalgeschützten Gärten und Parks systematisch zu erfassen, zu analysieren und zu bewerten. Darüber hinaus unterstützen sie und beraten bei der Erstellung von Förderanträgen und dienen als Multiplikator:innen ins Land hinein. Im Rahmen einer Veranstaltung des GartenForums Glienicke stellte kürzlich das Projektteam seine Arbeit im Schloss Babelsberg in Potsdam einem großen Publikum vor.
Finanziert aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Brandenburg unterstützt das Förderprogramm „Klimaanpassung 2023“ seit Dezember 2023 Vorhaben, die ebenjener Anpassung von denkmalgeschützten Garten- und Parkanlagen im Land Brandenburg an den Klimawandel dienen. Gefördert werden können die Erarbeitung von Strategien und Handlungskonzepten für Präventions- und Risikomanagement und zur Klimaanpassung sowie deren Umsetzung. Weitere Informationen zum Förderprogramm „Klimaanpassung 2023“ erhalten Sie bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB).
In der Podcastfolge spricht Anne-Marie Graatz mit dem Projektteam. Im Anschluss sind die Vorträge des Projektteams dokumentiert.
Bei der Tagung des Verbands für Grabungstechnik und Feldarchäologie präsentierten die Redner:innen neu Entwicklungen in der Dokumantationstechnik und aktuelle Ausgrabungen. Foto: A.-M. Graatz, BLDAM
Im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg an der Havel fand die vierte bundesweite Fachtagung des Verbandes für Grabungstechnik und Feldarchäologie statt. Neben fachlichem Austausch, neuen Methoden und digitalen Dokumentationsverfahren stand vor allem eine Nachricht im Mittelpunkt: Der bedrohte Studiengang Konservierung, Restaurierung, Grabungstechnik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) soll erhalten bleiben.
In der Podcastfolge sprechen wir mit verschiedenen Teilnehmer:innen der Tagung, mit einer der Tagungsorganisatorinnen, mit Dr. Thomas Schenk, dem Vorsitzenden des Verbands und Professor für Grabungstechnik und Feldarchäologie an der HTW sowie einem ganz besonderen Studierenden.
Professor Schenk berichtete von den schwierigen Monaten vor der Tagung. Wegen massiver Einsparungen im Berliner Hochschulbereich stand der Studiengang akut vor dem Aus. Die Nachricht hatte bundesweit Protest ausgelöst – von Studierenden, Fachverbänden, Landesarchäologien und zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern. Im Akademischen Senat der Hochschule für Technik und Wirtschaft wurde schließlich gegen die Abschaffung gestimmt. Besonders das Engagement der Studierenden spielte dabei eine entscheidende Rolle.
Blick in die ehemalige Dominikaner-Klosterkirche in Brandenburg an der Havel während der Tagung. Foto: A.-M. Graatz, BLDAM
Die Erleichterung war auf der Tagung spürbar. Denn der Studiengang ist bundesweit einzigartig: Er bietet die einzige grundständige akademische Ausbildung im Bereich Grabungstechnik und Feldarchäologie in Deutschland. Alternativ gibt es nur berufliche Fortbildungswege, etwa an Landesdenkmalämtern. Gleichzeitig ist der Bedarf an qualifizierten Fachkräften enorm. Große Bauprojekte, Energiewende, Stromtrassen und Infrastrukturmaßnahmen müssen archäologisch begleitet werden. Dafür braucht es Menschen, die Funde und Befunde professionell dokumentieren, vermessen, bergen und auswerten können.
Moderne Technik im Einsatz: Live-Scan der Apsis der Dominikaner-Klosterkirche. Foto: A.-M. Graatz, BLDAM
Die Tagung machte deutlich, wie vielfältig das Fach ist. Teilnehmende aus verschiedenen Bundesländern, aus Österreich und der Schweiz kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen. Für viele ist gerade dieser Blick über den eigenen Arbeitsbereich hinaus besonders wertvoll.
Professor Schenk beschrieb Grabungstechnik als Verbindung von Praxis, Forschung und Landschaftsverständnis. Es gehe nicht nur darum, einzelne Befunde freizulegen, sondern archäologische Spuren im größeren Zusammenhang zu erkennen und zu verstehen. Auch Studierende sehen genau darin die Stärke des Studiengangs: Er verbindet Geisteswissenschaft, Naturwissenschaft und Technik – und macht kulturelles Erbe sichtbar und begreifbar.
Die Rettung des Studiengangs ist deshalb mehr als eine hochschulpolitische Entscheidung. Sie ist ein wichtiges Signal für die Zukunft der Archäologie, der Denkmalpflege und des kulturellen Erbes in Deutschland. Gleichzeitig bleibt die Aufgabe, das Fach bekannter zu machen und junge Menschen dafür zu gewinnen. Denn klar wurde auch: Engagement lohnt sich – und es darf nicht enden, auch wenn diese eine Krise vorerst abgewendet ist.
„Kommt vorbei! Jeden ersten Mittwoch im Monat bieten wir einen Rundgang durch die Studiengangslabore an, um Fragen zur Bewerbung und zum Studium direkt mit Studis und dem Lehrpersonal zu erläutern. Auch zu sehen: aktuelle Projekte und beispielhafte Bewerbungsmappen.“
Die nächsten Rundgangtermine finden am 03. Juni und 01. Juli (jeweils von 15-17 Uhr) statt Um Anmeldung wird gebeten: Ayleen.Oezcelik@student.htw-berlin.de Treffpunkt am Aufgang I / Gebäude A